Magazin | 01.11.2019

Darf’s ein bisschen Zimt sein?

Immerhin ist Kaneel, wie Zimt auch genannt wird, jetzt in aller Munde. Nach Glühwein, Zimtsternen, heißer Schokolade oder Chai-Latte durchflutet uns direkt ein warmes, wohliges Gefühl.... Doch Vorsicht! Wer beim Weihnachtsgeschenke-Kauf einen dezenten Zimtduft im Geschäft erschnuppert, sollte aufpassen. Englische Forscher haben nämlich herausgefunden, dass Zimt zu spontanen Einkäufen verleiten kann. Nicht, dass du einem Zimt-Kaufrausch zum Opfer fällst...

Gewürz von der Stange

Zimt gibt es als Stange, in grobe Stücke gebrochen und gemahlen als Pulver. Wir Europäer waren übrigens ziemliche Zimt-Spätzünder, die Chinesen lagen uns deutlich voraus. Schon vor über 4.000 Jahren wussten sie um seine kulinarischen Talente – in Europa kamen wir erst im Mittelalter auf den Zimt-Geschmack. Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama brachte ihn um 1497 von einer Reise mit. Klosterköche von St. Gallen waren angeblich die Ersten, die mit dem fein-süßlichen, leicht scharfen Aroma Fischgerichte verfeinerten. Gute Idee!

In Europa wird Zimt hauptsächlich zum Backen im Advent verwendet. Nur ab und zu verirrt sich ein Hauch Zimt an Ente, Schweinebraten oder Rotkohl. Dabei verleiht er herzhaften Gerichten vorzügliche Würze – die trendige Levanteküche macht es vor. Dort gehört Zimt im Essen quasi zum guten Ton: Marinaden für Lamm, Geflügel und Rindfleisch, im Salatdressing, als Würze von Gemüsegerichten, Reis und Bulgur und Süßspeisen.

 

Das Motto: Probierst du noch oder genießt du schon?

Wer unsicher ist, wozu Zimt passt: Mit dem Aroma von Nelken, Muskat, Vanille, Kardamom, Ingwer, Koriander, Chili und Cayennepfeffer harmoniert er wunderbar. Eine Prise hier, eine Messerspitze da – in der Küche sind Kochexperimente mit Zimt ausdrücklich erlaubt.

Verwendung und Lagerung

Bei Kompotts, Fruchtsoßen und Suppen dürfen Zimtstange und Zimtstücke mitköcheln. Auch zu Bratensoßen, Suppen auf Milch- oder Sahnebasis, Gulasch, Glühwein und Rumtopf passt ein zarter Zimt-Kick. In Getränken, Desserts und beim Backen kommt hingegen Zimtpulver zum Einsatz.

Eine einfache Regel, mit der du nichts verkehrt machen kannst: Zum Backen nimmst du feinen Ceylon-Zimt, beim Kochen greif’ ruhig zum preiswerteren Cassia-Zimt (siehe unten).

Wie alle Gewürze, mag es auch Zimt dunkel und kühl. Stangen und Zimtpulver packst du am besten in eine luftdichte Dose und stellst sie in eine dunkle Schrankecke. So behält Zimt bis zu fünf Jahren sein feines Aroma.

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Ceylon, Cassia oder Padang?

Zimt stammt, wie viele andere Gewürze auch, aus Asien und war früher sogar kostbarer als Gold. Die hochwertigste Sorte ist Ceylon-Zimt, die in Sri Lanka, Indonesien und Madagaskar wächst. Bei der Ernte wird die hauchdünne Innenrinde des Ceylon-Zimtbaums abgelöst, zum Trocknen in die Sonne gelegt, wo sie sich zusammenrollt. Je dünner die Rinde, desto feiner und intensiver ist das Aroma. Dann werden sechs bis zehn Rinden zusammengesteckt und fertig ist die charakteristische Ceylon-Zimtstange.

Aus dem Reich der Mitte (China), Sumatra und Indonesien kommt Cassia-Zimt. Er ist aromatisch, aber deutlich schärfer und etwas herber als Ceylon-Zimt – und preiswerter. Die Stange besteht aus nur einer groben Rindenschicht. Später entdeckte man sogar noch zwei weitere Sorten: Padang-Zimt aus Indonesien und Saigon-Zimt aus Vietnam, die hierzulande gegen die Big Player Ceylon- und Cassia-Zimt jedoch kaum eine Chance haben und daher kaum zu finden sind. Neben dem Preis gibt es aber noch einen weiteren großen Unterschied zwischen den verschiedenen Zimtsorten. Ceylon-Zimt enthält viel weniger des natürlichen Aromastoffes Cumarin, der in höheren Dosen gesundheitsschädigend sein kann.

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