Magazin | 23.11.2020

Heiße Drinks für kalte Tage

Mal ehrlich: Was gibt es Schöneres, als sich nach einem ausgedehnten Winterspaziergang mit einem Becher Punsch oder Glühwein wieder innerlich aufzuwärmen. Ob alkoholfrei oder mit einer ordentlichen Portion Promille – die beliebten winterlichen Heißgetränke schmecken nicht nur auf den Weihnachtsmärkten, sondern auch in den eigenen vier Wänden. Vorteil bei den selbstgemachten Varianten: Ihr könnt euer persönliches Lieblingsrezept kreieren.

 

Glühwein-Geschichte

Auf gewürzten Wein standen schon die alten Römer und auch im Mittelalter kamen kalt servierte Würzweine gut an – vor allem als Heilmittel.
Deutschlands wohl berühmteste Kochbuchautorin, Henriette Davidis, beschrieb in ihrem legendären „Praktischen Kochbuch“ vor knapp 175 Jahren die Glühweinzubereitung aus Rotwein, Nelken, Zimt und Zucker. In Flaschen abgefüllt kam fertiger Glühwein hierzulande erstmals im Jahr 1956 in die Geschäfte.
Abgefüllter Glühwein – ob weiß oder rot – muss per Gesetz übrigens mindestens 7 Vol.-% Alkohol enthalten. Vor allem Zimt und Gewürznelken sorgen für wärmende Würze.
Hierzulande boomt überwiegend Glühwein auf Rotweinbasis, in Franken allerdings schätzt man durchaus auch die Weißwein-Variante. In Hessen und Unterfranken wiederum gibt es auch Alternativen mit Apfelwein.
Winzerglühwein darf sich nur solch ein Glühwein nennen, den ein Winzer aus seinen eigenen Trauben in seinem Betrieb herstellt. Wasser und Saft haben darin nichts zu suchen, sondern ausschließlich Wein, Gewürze, Aromen und natürliche Zuckerstoffe.

Übrigens: Sobald Hochprozentiges mit ins Spiel kommt, also beispielsweise ein Schuss Amaretto, Rum oder Brandy, heißt das duftend-dampfende Getränk nicht mehr Glühwein, sondern Punsch!

Punsch – mal mit und mal ohne Promille

Punsch stammt ursprünglich aus Indien – auf Hindi bedeutet der Name pāñč
„fünf“. Denn der traditionelle Punsch besteht aus eben genau fünf Zutaten: Arrak (ein geschmacklich etwas an Rum erinnernder Branntwein aus Rohzuckermelasse oder Palmzuckersaft und Reis), Zucker, Zitronen und Tee oder Wasser mit Gewürzen. Seefahrer der britischen Ostindien-Kompanie brachten das aromatische und durchaus promillelastige Rezept im 17. Jahrhundert von ihren Reisen nach Europa mit. Die Fangemeinde ließ nicht lange auf sich warten, der deutsche Dichter Friedrich Schiller widmete dem hochprozentigen Heißgetränk sogar ein Gedicht, das „Punschlied“!
Im vergangenen Jahrhundert galt Punsch als typisches Silvestergetränk, das allerdings angesichts von Sekt, Prosecco und Champagner zum Anstoßen mittlerweile etwas aus der Mode gekommen ist.

Inzwischen ersetzen wir beim Punsch den Arrak häufig durch Rum, Weinbrand oder auch Wein – eine der bekanntesten und durch einen Filmklassiker berühmt gewordene Punschvariante ist die Feuerzangenbowle. Die Norddeutschen schätzen auch friesischen Teepunsch mit Köm (= Aquavit) oder einen gehaltvollen Eierpunsch mit steif geschlagenem Eiweiß und mit Rum verquirltem Eigelb.

Alkoholfreie Alternativen – auch Kinder- oder Autofahrerpunsch genannt – basieren auf Schwarz- oder Früchtetee, Saft sowie Gewürzen wie Nelken  und Zimt.

An dieser Stelle möchten wir euch unseren Weihnachtspunsch „Sternentraum“ ans Herz legen, er schmeckt wirklich absolut köstlich!

Andere Länder, andere Leidenschaften

Unsere skandinavischen Nachbarn trinken in der Adventszeit gern Glöög, einen kräftig gewürzten Rotweinpunsch mit Korn oder Wodka, den sich jeder nach Lust und Laune mit ein paar Rosinen oder geschälten Mandeln verfeinert. Neben Zimt  und Nelken  sorgen Kardamom und Ingwer dabei für ein besonders intensives Aroma.

Südlich von uns, in Österreich, schätzt man zum Aufwärmen den sicher vielen von euch aus Skiurlauben bekannten Jagertee, einer mitunter recht starken Mischung aus Schwarztee und Inländer-Rum, die unter dieser Bezeichnung nur in Österreich hergestellt werden darf. Inländer-Rum ist kein aus Zuckerrohr gebrannter Rum, sondern ein ursprüngliches und inzwischen industriell hergestelltes „Apothekenprodukt“ aus Alkohol, Wasser, Aroma- und Farbstoffen, das es sogar mit 80 % Alkoholgehalt gibt.

 

Nicht zu heiß bitte!

Glühwein, Punsch und Co. dürfen keinesfalls kochen – und zwar aus gleich zwei Gründen. Zum einen verflüchtigt sich ab rund 78 Grad Celsius der enthaltene Alkohol (was ja dem ein oder anderen vielleicht sogar ganz lieb sein könnte), aber auch manche Aromen verlieren an Intensität (z.B. zugefügte Zitronen- oder Orangenschale). 65 bis 70 Grad sind eine angenehme und armomaschonende Trinktemperatur, bei der ihr euren Punsch oder Glühwein auch problemlos warmhalten könnt, ohne dass Geschmack (und Wirkung…) leiden.

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