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Magazin | 03.02.2020

Karneval: Mutzen, Masken und Musik

„Helau“ oder „Alaaf“, darüber streitet man sich am Rhein jedes Jahr aufs Neue. So unterschiedlich die Narrenrufe in Mainz, Köln oder Düsseldorf auch sind – dass die sogenannte fünfte Jahreszeit ein Grund zum Feiern ist und Kostüme, Umzüge und deftiges Essen zu einem gelungenen Fest im Februar dazugehören, ist für alle Karnevalisten klar.

Karneval, Fasching, Fastnacht

Ausnahmezustand am Rhein: Verkleidete Narren (auch „Jecken“ genannt) ziehen durch die Stadt und werfen am Rosenmontag von ihren Umzugswägen „Kamelle“ (also Bonbons und Süßes) in die Menge, es gibt Musik und kabarettistische Büttenreden. In den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz wird es Ende Februar für einige Tage bunt und laut. Doch nicht nur hier, auch im Süden und Südwesten Deutschlands, in Sachsen und Hessen steht der Termin rot im Kalender, nur die Norddeutschen haben mit dieser Tradition eher wenig am Hut.

Wie das Fest nun heißt, hängt ganz von der Region ab: Während die Rheinländer Karneval zelebrieren, feiert man in Bayern und Sachsen Fasching, in Mittel- und Südwestdeutschland hingegen Fastnacht oder Fasenacht. Abgeleitet von "carnis levamen" bedeutet Karneval so viel wie „Fleischwegnahme“, Fasching leitet sich wiederum vom Mittelhochdeutschen "vaschang", dem Wort für Fass, ab. Sprich: Wo die fünfte Jahreszeit gefeiert wird, kommen fröhliche Trinkgelage nicht zu kurz – und Bierliebhaber auf ihre Kosten.

Schließlich soll vor der vierzigtägigen Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch (der 46. Tag vor dem Ostersonntag) beginnt und im Christentum der Vorbereitung auf das Osterfest dient, ausgelassen gefeiert und gespeist werden.

Kalorienreiche Kost

So leben die Menschen an Karneval traditionell das letzte Mal vor der Fastenzeit ihre kulinarischen Gelüste aus. Deftiges und Gebackenes mit Fleisch, Eiern und Fett, also mit Zutaten, die während der Fastenzeit verboten sind, spielt dabei seit Jahrhunderten die Hauptrolle auf den Tellern. Im Mittelalter waren es Klöster und Stadtverwaltungen, die fetthaltige Krapfen ausgaben, an denen sich die Menschen nochmal richtig satt essen konnten.

Der Brauch, süßes, in Fett ausgebackenes Gebäck wie Krapfen und Schmalzkuchen aus Hefe- oder Mutzenmandeln aus Mürbeteig zu verzehren, besteht bis heute. Dabei sind mit Konfitüren und Cremes gefüllte Varianten ebenso zu finden wie ungefüllte, manchmal mit Zimt verfeinerte Gebäcke. Was alle gemeinsam haben: Nach dem Backen werden sie meist in (Puder-)zucker gewälzt oder mit Zuckerguss überzogen.

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Jenseits des Rheins

Schrill und farbenfroh geht es auch beim wohl berühmtesten und zugleich buntesten Karneval in Rio de Janeiro zu. Seit dem frühen 19. Jahrhundert bilden die Sambaschulen der brasilianischen Küstenmetropole eine farbenprächtige Parade aus opulenten Kostümen und pompös dekorierten Festwagen. Höhepunkt des Spektakels, das zu den größten der Welt gehört und mit einem riesigen Feuerwerk abschließt, sind die aufwendig inszenierten Auftritte der zwölf besten Sambagruppen in der Karnevalsarena von Rio.

Weniger bunt, aber umso historischer feiert Venedig. Die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichende Geschichte des Karnevals spiegelt sich bis heute in den Kostümen mit den unverwechselbaren Masken wider, von denen jährlich das schönste ausgezeichnet wird.

Auch hier geht es gehaltvoll zu: Chiacchiere, in Schokoladensauce getunkte frittierte Teigstreifen, gehören genauso zur italienischen Karnevals-Küche wie eine deftige Lasagne, die vielerorts aus Tradition am „martedi grasso“ (dem „fetten Dienstag“) gegessen wird.

Fazit: Zum Abnehmen ist Karneval definitiv die falsche, zum ausgelassenen Feiern und Schmausen jedoch genau die richtige (Jahres-)zeit!

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